Historie

Ein wenig Geschichtliches zu Pfarrkeßlar…

Der älteste Beleg für eine Nutzung oder Besiedlung Pfarrkeßlars ist ein bronzezeitlicher Halsring. In Verbindung mit der Wallanlage auf dem Hainberg, der Quelle und der Überlieferung der Sage vom Klosterhasen kann man von einer vorchristlichen Nutzung als Kultplatz ausgehen. Das würde auch die sehr frühe Kirchgründung in Pfarrkeßlar erklären. In einer Kaiserurkunde wird bei der Schlichtung eines Streites zwischen den Klöstern Mainz und Fulda Pfarrkeßlar erstmals als Kezzillari am 18.Mai 876 erwähnt. Der nächste Aktenhinweis findet sich in einer Urkunde vom Februar 1227 in der Pfarrkeßlar als Kirche und Mittelpunkt einer Kirchspiels mit den Filialdörfern Lotschen, Wittersroda, Drößnitz und Kesslar dem Augustinerkloster Ettersburg als Ausgleich übereignet wird, mit sämtlichen Einkommensrechten und der Pflicht zur Pfarrbesetzung. Aus dieser Urkunde ist wahrscheinlich die Überlieferung vom Kloster Pfarrkeßlar geworden. Anzunehmen ist, dass Pfarrkeßlar ein Klosterhof war, dessen Einkünfte dem Mutterkloster zugute kamen. Einmal im Jahr zum Patronatstag des Heiligen Laurentius am 10. August kamen die Mönche nach Pfarrkeßlar um „zu schalten und walten wie in einem Kloster“, dabei wurden Ablassbriefe verkauft und es kam wohl allerhand Volk zusammen. Die Kirche bestand bis ins 16. Jahrhundert. Sie wird in den 1530 Jahren als sehr baufällig beschrieben und seit 1547 als Wohnhaus der Pfarrer genutzt. Erhalten sind aus dieser Zeit der romanische Kirchturm aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Pfarrkeßlar ist bis 1907 Wohnort der Pfarrer des Kirchspiels.  Sie sind uns namentlich bekannt und auch einige recht lustige, spannende und gruselige Episoden aus ihrem Leben. 1840 wurde nach fast 30 jähriger Diskussion das alte Kirchenschiff abgerissen und an den Turm ein neues Wohnhaus gebaut. Im Jahre 1907 kaufte der Drößnitzer Bauer Kurt Morgenroth Pfarrkeßlar mit der Auflage, dass das Geld für den Neubau eines Pfarrhauses in Drößnitz verwendet wird. Pfarrkeßlar sollte zu einer Sommerfrische umgebaut werden, was jedoch wegen des ersten Weltkrieges nicht geschah. Stattdessen kam es in Besitz der Familie Schütze die neben der Landwirtschaft eine Wäscherei und Färberei betrieb. Von 1962 an als Kinderferienlager genutzt, wurde es 1970 an den Ingenieurhochbau Berlin verkauft, der es  zum Betriebsferienheim mit 70 er Jahre Charme umgebaut hat. 1990 fiel Pfarrkesslar an die Treuhand, die zehn Jahre lang versuchte, das Anwesen zu vermarkten.  Am 10. Oktober 2002 wurden die Gebäude und die Außenflächen von uns erworben. Seither haben wir das Hauptgebäude für unsere Wohnzwecke umgebaut. Im eh. Bettenhaus befindet sich im Erdgeschoss eine Schreinerei und im ersten Geschoss sind Gästezimmer.

Hier noch ein Zitat:

, sonderlich auf Laurentii, da allda ist Ablaß gewesen; zu welcher Zeit dann die Mönche in der Pfarrei wie in einem Kloster geschaltet haben und das benachbarte Volk des Ablasses halber herzugelaufen ist.


Aus: Kirchen-Galerie, 165f. Unter Punkt 8 der Pfarrersliste: [Heinrich Kettwig] hat man die meisten Nachrichten über die ältere Geschichte des Kirchspiels zu danken, die er 1661 in einer Matricula parochiae kesslariensis niedergelegt hat.

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